Zeit- und Selbstmanagement on the road:

So gelingt dir das Arbeiten von unterwegs

Lesedauer: 9 Minuten
geschrieben von Jenny

Ich möchte in diesem Beitrag näher darauf eingehen, wie ich von unterwegs arbeite und wie Zeit-und Selbstmanagement auch dir helfen können, deinen Workflow on the road zu optimieren. Mit ein bisschen Organisation steht dem produktiven Arbeiten nämlich nichts im Wege!

Inhaltsverzeichnis

Dein Technik-Check

Bevor es los geht, solltest du in jedem Fall einen Check durchführen, ob du technisch gut genug ausgestattet bist, um von unterwegs zu arbeiten. Bei meiner ersten Reise mit dem Van habe ich nämlich einige Punkte nicht bedacht, die mich vor Herausforderungen gestellt haben. 

Daher solltest du dir als erstes die Frage stellen, mit welchem technischen Equipment du arbeiten möchtest und ob dein Van (egal ob dein eigener oder gemietet) auch über die technischen Möglichkeiten verfügt, diese Geräte aufzuladen. 

Ist dein Van autark? 

Hast du die Möglichkeit, über ein Solar-Panel Strom zu produzieren, den du dann für das Aufladen deiner Geräte benutzen kannst? Auf meinen Reisen und auch bei meinem eigenen Van habe ich die Erfahrung gemacht, dass heute zwar die meisten Vans über Solar-Panels verfügen, doch in den wenigsten Vans ein Wechselrichter verbaut ist. Das bedeutet, dass durch Sonnen-Energie zwar Strom produziert wird, der dann meistens in einer zusätzlich verbauten Batterie gespeichert wird, doch dann besteht oftmals das Problem, diesen Strom auch nutzen zu können. Wenn ein Wechselrichter fehlt, kannst du dein Laptop nämlich nicht wie von zuhause gewohnt, in eine normale Steckdose einstöpseln, sondern hast nur Alternativen zur Verfügung. 

Und da fängt die gute Planung an:

Die oft vorhandenen USB Steckdosen reichen beispielsweise zwar aus, um über Nacht dein Smartphone aufzuladen, eigenen sich jedoch nicht dafür, dein Laptop aufzuladen, während du daran arbeitest. Hier erfolgt die Akku-Entladung nämlich schneller, als per USB Steckdose nachgeladen werden kann. 

Daher ist meine Empfehlung: Organisiere dir einen 12 Volt Lade-Adapter, der dafür sorgt, dass du deine technischen Geräte auch ohne Wechselrichter gut von unterwegs aufladen kannst. Da es hier große Unterschiede gibt und bei weitem nicht jeder Adapter dazu geeignet ist, habe ich dir hier meine zwei Favoriten rausgesucht, die ich mit bestem Gewissen weiterempfehlen kann: 

Version 1: Autoladegerät 90W
Version 2: Autoladegerät 45W

Diese beiden Stecker kannst du während der Fahrt im Zigaretten-Anzünder benutzen oder in einer anderen vorhandenen 12 Volt Steckdose. 

Mobiles Internet

Wenn du von unterwegs Arbeiten und vor allem zukünftig ein gutes Zeit- und Selbstmanagement möchtest, dann ist eine gute Internetverbindung das A und O. Es gibt nichts schlimmeres, als kurz vor einem Kundengespräch zu merken, dass die Verbindung instabil ist. 

Um dieses Problem zu umgehen, habe ich zwei Tipps für dich: 

  • A. Prüfe die Internetverbindung früh genug und halte dich im besten Fall in Gegenden mit guter Verbindung auf, damit du dich in Ruhe auf deine Arbeit fokussieren kannst. Mittlerweile bieten sogar einige Campingplätze Co-Working-Spaces an, wo eine stabile Internetverbindung und ruhige Umgebung gegeben ist. (Beispiel: Die Orbitur-Campingplätze in Portugal) 
  • B. Eine weitere Herzensempfehlung sind lokale SIM-Karten, die du in einen mobilen W-LAN-Router einlegen kannst. Ich habe mir 2020 diesen mobilen W-LAN Router zugelegt und bin noch immer absolut zufrieden damit:

Damit muss ich mir auch im Ausland nie Gedanken um eine gute Internet-Verbindung machen. Vor Ort organisiere ich mir dann einfach eine lokale (prepaid) SIM-Karte und habe überall gutes WLAN. Hier mal ein Beispiel für Preise im europäischen Ausland:

  • Frankreich & Spanien: Free Mobile, 19,99€ / Monat für 100GB 
  • Portugal: Vodafone Prepaid, 30€ / 30 Tage unlimited data 

Die SIM-Karten sind einfach in den Shops vor Ort erhältlich. Eine kleine Google-Recherche bringt direkt Ergebnisse. ☺️

Arbeiten von unterwegs - Vanlife

Der richtige Ladezeitpunkt

Nach vielen Monaten Vanlife habe ich die Erfahrung gemacht, dass es am effektivsten ist, alle Geräte über Nacht vollständig aufzuladen. So kannst du morgens direkt mit der Arbeit beginnen und musste dir keine Gedanken über Akkustände machen. Ein weiterer Vorteil ist hier, dass es nachts meistens kühler ist und du deine Geräte so vor dem Überhitzen schützen kannst. 

Deine Arbeitsroutine

Kommen wir zu einem der wichtigen Punkte und gleichzeitig der größten Herausforderung, wenn du im Van oder generell auf Reisen unterwegs bist und ein gutes Zeit- und Selbstmanagement haben möchtest: Deine Arbeitsroutine. 

Häufige Standort-Wechsel und überall Dinge, die man sehen und erkunden möchte, machen es oft schwer, eine Routine zu entwickeln. Eine gute Möglichkeit ist für mich daher Slow-Travel: das langsame Reisen! 

Dabei bewegt man sich zwar langsamer um die Welt, hat aber die Möglichkeit auch mal wirklich an den verschiedensten Orten "anzukommen" und in das Leben vor Ort einzutauchen. Diese Reiseform schont zudem nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere eigene Energie. Wir können ankommen, kleine Routinen aufstellen und vor allem unser Zeit- und Selbstmanagement optimieren. 

Mir hilft es beispielsweise total, mich an die Gegebenheiten vor Ort und das Wetter bzw. Klima anzupassen. Aktuell stehe ich daher morgens um 6 Uhr auf, nehme mir Zeit für meine eigene Morgenroutine und gehe eine Runde mit Binsly spazieren. Zwischen 07.30 Uhr und 08.00 Uhr starte ich dann am Laptop und arbeite möglichst fokussiert bis ca. 12 Uhr. Dann geht es erstmal zum Strand und Binsly und ich genießen unsere Reise, die Zeit in der Sonne und am Meer bis ca. 16 Uhr. Dann geht es zurück zum Van und ich arbeite nochmal für 1-2 Stunden. Anschließend bleibt immer noch genug Zeit für den Sunset am Strand, einen gemütlichen Abend mit Freunden oder einen Filme-Abend. Durch die produktive Arbeit am Vormittag fällt es mir deutlich leichter, den Rest des Tages in vollen Zügen zu genießen, da ich nicht mehr 100 Dinge im Hinterkopf habe, die noch erledigt werden müssen. 

Vielleicht hilft es dir also auch, dir deinen Tag zeitlich gut zu strukturieren. Ein guter, alter Stundenplan (wie in der Schule) kann wahre Wunder wirken! 

Dein Produktivitäts-Check

Jeder Mensch ist individuell und nicht jeder ist unter den gleichen Bedingungen am produktivsten. Zum richtigen Zeit- und Selbstmanagement gehört also auch herauszufinden, unter welchen Bedingungen du am besten arbeiten kannst. Während es für die einen ein lautes Café ist, ist es für andere vielleicht ein ruhiger Stellplatz in der Natur oder der Parkplatz mit Ocean-View. Finde heraus, wo du am wenigsten abgelenkt bist und am produktivsten arbeiten kannst. Denn je besser und schneller du deine Aufgaben erledigst, desto mehr Zeit bleibt dir, um deine Umgebung zu erkunden und dich davon inspirieren zu lassen. 

Der Umgang mit Ablenkungen

Wir alle kennen es: Man ist an einem fremden Ort unterwegs und plötzlich ergibt sich die Möglichkeit, etwas außer der Reihe zu erleben. Vielleicht sind morgens die Wellen besonders gut und du möchtest lieber jetzt surfen gehen, statt am Nachmittag. Oder deine Freunde möchten einen Tagesausflug machen, bei dem du auch gerne dabei wärst. 

Let me tell you this: Eine Ausnahme schadet weder dir, noch deinem Business! Du bist unterwegs, um Dinge zu erleben und kostbare Momente zu sammeln. Also mach das bitte auch! ☺️ Wichtig ist, dass du dir überlegst welche Aufgaben trotzdem dringend erledigt werden müssen. Eine Prioritätenliste kann dir hier helfen. Anschließend kannst du schauen, ob du die wichtigsten Punkte vielleicht schon am Abend zuvor oder einen Tag später erledigen kannst. 

Tappe hier nicht in die Falle und lasse zu, dass Ausnahmen plötzlich zum Regelfall werden. Gerade in der Selbstständigkeit ist es oft die größte Herausforderung dranzubleiben, wenn es niemanden gibt, der deine Arbeit überwacht und dir Aufgaben mit Fristen zuteilt. Dafür bist du nun selbst verantwortlich! 

Mein Tipp für dich: Wenn du aus deiner effektiven Routine ausbrichst, setze dir selbst Deadlines und erledige deine Aufgaben nach Priorität. Setze dir auch Deadlines für die Punkte, die ganz unten auf deiner Liste stehen und halte dich daran. Du läufst nämlich sonst Gefahr, diese Punkte wochen- oder monatelang vor dir herzuschieben. Glaub mir - ich spreche aus Erfahrung! 😉

Organisation im Zuhause auf Rädern

Alle, die schon einmal längere Zeit mit dem Van gereist sind, wissen es: ALLES dauert deutlich länger als zuhause und nimmt mehr Zeit in Anspruch. Daher ist auch hier eine gute Organisation und Selbstmanagement das A und O. Shoutout an alle Chaos-Queens: Gewöhnt es euch ab! 😅 

Am besten ist es, wenn du dich schon vor Reisebeginn wahnsinnig gut organisierst und strukturierst. Finde für jeden Gegenstand seinen Platz und lege ihn direkt nach Gebrauch genau dorthin zurück. Das spart dir nicht nur wahnsinnig viel Zeit und hält dein Chaos in Grenzen, sondern sorgt auch dafür, dass du in einem Notfall schnell abfahrbereit bist und nicht erst 2 Stunden deinen Van aufräumen musst. 

Kleiner Hack: Um gar nicht erst in Versuchung zu kommen, dreckiges Geschirr einen Tag stehen zu lassen, nimm pro Person nur einen Teller und ein Set Besteck mit. So bist du gezwungen, den Abwasch nach jeder Mahlzeit direkt zu erledigen und großes Chaos kann gar nicht erst entstehen. Glaub mir -  du wirst es dir selbst danken! 

Fazit

Ist das Arbeiten im Van also wirklich produktiv? 

Ja, ist es ohne jeden Zweifel! Voraussetzung ist jedoch, dass das Zeit- und Selbstmanagement ernst genommen wird und wir gut organisiert in das Vanlife und in die Arbeit starten. Auch wenn die Arbeit aus dem Van völlig andere Herausforderungen mit sich bringt, als die Arbeit am Schreibtisch zuhause, bringt sie jedoch auch viele Vorteile mit sich. Unsere Kreativität wird angeregt, wir arbeiten lösungsorientiert und sind zudem mitten drin: IM LEBEN! 

Wenn du weitere Anregungen oder Fragen zum Arbeiten im Van hast, lass mir gerne einen Kommentar da. Wenn du noch mehr Tipps zum arbeiten und leben im Van benötigst, dann schau doch gerne mal bei meinem Beitrag "Leben und arbeiten im Van" vorbei.

Ich freue mich auf regen Austausch von Freigeistern on the road und allen, die es werden wollen. 🚐🌊💻

xo deine Jenny 

Dieser Artikel wurde geschrieben von Jenny
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Hi, ich bin Jenny!
Ich bin Mentorin für Online-Business-Aufbau und helfe Freigeistern wie dir dabei, eine eigene Idee zu entwickeln und damit ein erfolgreiches Online-Business aufzubauen.
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